Donnerstag, 12. Juni 2014

Seite 14: Kapitel 01.02 – fünfter Abschnitt

Analyse von Informationen auf inhaltliche Relevanz und / oder Ironie sind von grosser Bedeutung, wird im Buch geschrieben.

Jeder, der weiss, wie ich ein Buch lese, weiss, dass es mir sehr schwer fällt, zu erkenne, was ist wirklich wichtig und was kann ich unter fernen liefen laufen lassen und was kann ich gleich vergessen.

Irgendwie habe ich immer das Gefühl, dass eigentlich alles wichtig ist und nichts überlesen und ausgelassen werden darf.

Es hat Zeiten gegeben, da habe ich beim Lesen eines Buches noch versucht, zu erkennen, was ist wirklich wichtig und spielt eine Rolle und was gehört einfach überlesen.

Damit war ich so was von erfolglos. Meistens habe ich das angestrichen / markiert, was nicht wirklich wissenswert war und das, was ich hätte wissen müssen, das habe ich einfach ausgelassen.

Das Ergebnis davon habe ich dann in den Prüfungen und / oder Tests gesehen. Da kam es schon von Zeit zu Zeit vor, dass ich eine Frage nicht habe beantworten können, weil ich, weiss der Geier warum auch immer, etwas nicht als wichtig erkannt habe.

Ob ich nicht andere danach gefragt habe, wie man wichtiges erkennt? Sicher, das habe ich gemacht, mehr als einmal, aber geholfen hat es nicht wirklich. Ob ich nicht einen gewissen Frust verspürt habe? Ja, das auch. Aber, ich habe es in den meisten Fällen geschafft, den Frust wieder abzuschütteln. Teilweise hat mich das dann aber auch so weit runtergezogen, so dass ich am liebsten die Schule nicht nur geschmissen, sondern gleich verlassen hätte.
Hmm .. das Lesen zwischen den Zeilen …

Wie oft war ich schon verärgert über mich selber, weil ich nicht verstanden habe, was mir durch die Blume hat gesagt werden wollen. Sehr, sehr, viel zu oft.
Ich bin mir sicher, es gibt noch so vieles, das mir durch die Zwischenzeile gesagt worden ist, ich aber nicht verstanden oder einfach missverstanden habe.

Es hat den Punkt in meinem Leben gegeben, da habe ich den Leuten gesagt, dass sie mir deutsch und deutlich mit mir reden sollen, wenn sie mir etwas sagen wollen. Wer mir von da an etwas durch die Zeilen zwischen dem Zwischen gesagt hat, der musste halt damit rechnen, dass ich es nicht verstanden oder auch gleich falsch verstanden habe. So musste dieser Mensch auch mit dem Ergebnis leben. Wer mich auf Grund von so was angemacht hat, der wurde von meiner Seite her, verbal in Grund und Boden gestampft. Ja, ich war verärgert, vielleicht auch wütend. Was die meisten aber nicht verstanden habe: in den meisten Fällen war ich wütend auf mich. Es wollte mir einfach nicht in den Kopf, warum ich es nicht verstanden habe. Ich war wütend auf mich, aber ich war am Schluss auch verwirrt, auch das ein oder andere mal traurig und schlussendlich hat das auch an meinen Kräften gezerrt. Wo andere einfach zuhören konnte, gab es immer wieder Fälle, wo ich nachfragen, weitere Informationen einholen musste. Ja, das war nicht immer ganz einfach. Immer wieder habe ich mich dafür geschämt, weil ich das Gefühl hatte, nicht wirklich der intelligenteste zu sein. Schliesslich hatten die anderen es ja gleich beim ersten mal und ohne nachfragen kapiert und verstanden.

Bei dem oben geht es nur um das, was mich an Kommunikation erreicht.

Problematisch, wenn nicht, problematischer wird es, wenn ich jemandem etwas sagen, beibringen, erklären, mitteilen möchte.
Am schlimmsten für mich ist, wenn ich mit jemandem rede und mir plötzlich dieses eine, ganz spezielle Wort nicht mehr in den Sinn kommt. Das ist der Augenblick, wo ich nervös werde und kurz vor dem Verzweifeln bin. Es ist ein Wort, dass ich ein paar Sekunden vorher noch wusste und plötzlich ist es, als ob es sich hinter einer Mauer versteckt und nicht aus dem Mund gehen möchte. In meinem Kopf fängt es an zu rotieren, weil ich jetzt ein Synonym suchen muss, was aber auch nicht immer einfach ist, weil ich ja das Wort nicht mehr weiss, zu dem ich das Synonym brauche. Tja, dann bleibt mir oft nicht mehr viel anderes übrig, als sehr wortreich zu erklären, was ich meine. Statt einem Satz benötige ich jetzt eine halbe Abhandlung und ich sehe es immer wieder meinem jeweiligen Gegenüber an, dass ich mich doch bitte kurz fassen sollte.


Seite 14: Kapitel 01.02 – vierter Abschnitt

Da ist es wieder, dieses tolle Wort (basal). Was für ein Wort.

Warum habe ich dieses Wort eigentlich vorher nie wirklich gehört. Könnte wohl daran liegen, dass es wie nasal tönt und zu Missverständnissen führen könnte, aber, lassen wir das. Es hat ja noch mehr Text, über den ich herfallen könnte.

Sehr gut, jetzt erfahre ich auch noch, dass es nicht genügt, zu wissen, wie das mit dem Blickkontakt, der Mimik, Gestik und so weiter funktioniert, um in Sachen soziale Interaktion erfolgreich zu sein.

Nein, da gibt es ja noch das eine oder andere mehr, das mir bekannt sein sollte.

Es gibt komplexe, sagen wir kompliziertere, Fähigkeiten, die auf den vorher genannten aufbauen: ein aktives (soll wohl heissen, immer aktuelles) Wissen darüber, wie man Gespräche mit unterschiedlichem Inhalt anfängt, weiterführt und schlussendlich auch beendet.

Da fängt schon eine kleinere Unwegsamkeit an: es gibt so viele Themen, Dinge, Sachen, die mich keinen Deut wirklich interessieren. Dann wäre noch meine Vorliebe, ab und zu extreme Meinungen zu vertreten, nur um zu sehen, wie meine Mitmenschen darauf reagieren: oft ist die Reaktion so, dass sich jeder sehr ereifert seine Meinung zu vertreten und schlussendlich „vergessen“ sie sogar, dass ich ja auch noch da bin. Das ist für mich von dem her gut, dass ich nicht mehr mitreden muss, sondern mich ein paar Schritte zurückziehen kann und meinen Mitmenschen die Bühne überlassen kann.

Perspektivenwechsel? Schon wieder so ein Wort .. 

Warum werden diese Worte nicht gleich im Buch erklärt. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch die Studierten unter meinen Mitmenschen nicht gleich jedes dieser Worte richtig übersetzen.

Eigentlich sollte ein Autor, wenn er solche Worte benutzt, eine Erklärung anbringen, was genau er damit meint, oder gleich eine einfache Schreibweise wählen.
Ach, das ist interessant. Wenn ich das Wort auf Wikipedia suche, werde ich gleich zu Empathie umgeleitet. Sie einmal an, dann könnte ja, wenn ich das ganz richtig verstehe, der Perspektivenwechsel ein Synonym für Empathie sein.

Vorerst verstehe ich unter diesem Wechsel, dass man etwas aus der Sicht eines Mitmenschen sehen kann und sollte, um ihn oder sie besser zu verstehen und somit auch besser auf ihn oder sie eingehen zu können.
Ja, hört sich für meine Ohren eigentlich schon recht vernünftig an. Stellt sich nur noch die Frage: habe ich es wirklich richtig verstanden. Dann wäre ich ja schon wieder einen kleinen Schritt weiter.

Wichtig soll also auch die Flexibilität während einer Interaktion sein. Ah, das erklärt vieles, sehr vieles ….
Eigentlich fast 90% meines Lebens sind damit erklärt und einer Lösung nahe.

Wenn ich zurückblicke in meinem Leben, dann ist es eine Tatsache, dass ich nicht sehr flexibel bin.
Ich bin ein Gewohnheitstier. Sogar ein Gewohnheitstier hoch zwei oder vier.

Es ist mir noch nie einfach gefallen, Änderungen zu akzeptieren. Nehmen wir nur einmal die Schule. Hatte ich mich einmal an den Stundenplan gewöhnt, daran, welches Fach in welchem Stockwerk und in welchem Zimmer stattfindet, war das Schuljahr zu Ende und es gab einen neuen Stundenplan. Damit hat alles wieder von vorne angefangen: ich mich daran gewöhnen, dass sich alles, oder auch nur einiges geändert hatte. Musste für das eine oder andere Fach das neue Schulzimmer finden und ab und zu musste ich mich dann auch noch an einen neuen Lehrer oder eine Lehrerin gewöhnen.
Alles Arbeit, die ich zu verrichten hatte, bevor ich mich dann auf das Fach selber habe konzentrieren können. Nicht immer ganz einfach. Vor allem war es hart, wenn ich Freude an einem Fach hatte, aber dann zu einem Lehrer gekommen bin, der mir den Unterrichtsstoff nicht so erklären konnte, dass ich ihn auch verstanden hätte. Das war auf jeden Fall nicht die Schuld des Lehrers. Er konnte ja nicht wissen, wie er es hätte erklären sollen und ich konnte es nicht formulieren, wie es mir hätte erklärt werden müssen, dass ich etwas hätte damit anfangen können.

Eine echt miese Pattsituation.

Themenwechsel, während eines Gesprächs?? Das ist auch so eine Sache. Ab und zu bekomme ich es sogar mit, nur, ich kann auch im Kopf erst wechseln, wenn ich gesagt habe, was ich sagen will. Sicher, inzwischen kann ich auch im Kopf wechseln, aber, immer noch habe ich den leichten Zwang, wenigstens den Satz zu beenden, den ich angefangen habe. Doch, wenn ich daran bin, den Satz zu beenden, fange ich gleich noch den nächsten, übernächsten und so weiter an und versuche, wieder auf mein Thema zurückzukommen. Allerdings, das gelingt mir nicht immer. Inzwischen habe ich auch gelernt, bis zu einem gewissen Grad auf jeden Fall, zu bemerken, wann die Leute sich ob dem langweilen, was ich so von mir gebe. Trotzdem fällt es mir recht schwer, von meinem Thema abzukommen.
Nervös werde ich vor allem dann, wenn Themen zur Sprache kommen, für die ich mich einfach nicht erwärmen kann. Das ist für mich dann der Augenblick, wo ich mich langsam aber sicher zurückziehe und versuche bei einer anderen Gruppe Anschluss zu finden, aber nur dann, wenn über etwas gesprochen wird, dass mich interessiert und über das ich auch ein gewisses Wissen verfüge.


Seite 14: Kapitel 01.02 – dritter Abschnitt

Wieder ein Wort, welches ich bis heute eigentlich nie wirklich wahrgenommen haben:

Übersensibilität.

Was für ein Wort. Da kommt man sich ja wie ein Weichei vor, im ersten Augenblick des Gedankens auf jeden Fall. Zwei Sekunden später ist mir klar: ich kann ja gar nichts dafür. 

Es ist wie es ist.

Lärm zum Beispiel: Einerseits kann ich mit Lärm nicht wirklich leben, weil es mich einfach stört und ich dabei oft das Gefühl habe, meine eigenen Gedanken nicht hören / lesen / fühlen zu können, auf der anderen Seite mag ich Lärm auch nicht, weil ich ja niemanden stören will. Soll heissen: ich habe immer das Gefühl, wenn ich zu laut bin, sei es auch nur mit der Tastatur, könnte sie jemand gestört fühlen und mit mir eine Diskussion anfangen wollen, böse auf mich sein, sogar wütend und mich dann zusammenstauchen. Das ich dem aus dem Weg gehen will, ist ja sicher verständlich.

Es gibt Tage, da meint es meine Nase viel zu gut mit mir. Da rieche ich Dinge / Gerüche, die andere kaum wahrnehmen. Teilweise muss ich mich dann an einen anderen Ort flüchten, um wieder durchatmen zu können.
Es gibt auch Gerüche, bei denen es mir schlicht und ergreifend einfach übel wird, bis zu dem Punkt, wo ich mich beinahe übergeben muss. Kein wirklich tolles Gefühl. Ich spreche nicht nur von müllartigen Gerüchen, es gibt auch Parfüms, die diese Wirkung auf mich haben, oder irgendwelche Schminke. Das ist auch der Grund, warum mir Frauen mit zu viel Kriegsbemalung nicht zu nahe kommen dürfen und, wenn sie es doch machen, werfe ich so viele schlechte Scherze über das Schminken, das Alter und so weiter in die Waagschale, bis sie die Flucht ergreifen. Natürlich könnte auch ich mich zurückziehen, aber, he, ich bin ja nicht der, der mit der Schminke um sich wirft. Ich bin ja nicht der, der meint von einem Indianerstamm abzustammen. Wobei ich mich gerade frage: das mit dem Schminken, das hat sicher etwas mit Kriegsbemalung zu tun? Anders kann ich mir das nicht wirklich vorstellen.

Das mit dem Geruch hat schon ab und zu, zu gewissen Problemen geführt.
Ich kann mich an eine Diskussionsrunde erinnern, als ein übler Geruch mich die ganze Zeit so abgelenkt hat, dass ich mich keine zwei Sekunden auf das Thema habe konzentrieren können. Den anderen hat es nicht wirklich viel ausgemacht. Die meinten, ich soll mich nicht so benehmen, so schlimm würde es ja auch nicht duften, aber eben, für mich war es doch wenig zu viel.

Auch der Lärm. Eine der absoluten Horrorvorstellungen für mich: in einem Grossraumbüro ein Telefonat zu führen. Immer, immer, immer, immer und immer wieder stelle ich mir diese eine Frage: wie machen das meine Mitmenschen?

Während ich so ein Telefonat führe, habe ich oft das Problem, nicht alles mitzubekommen. Das führt dazu, dass ich ab und zu das Telefon nehmen muss, um an einen ruhigeren Ort zu wechseln. Warum? Damit ich alles mitbekomme und es nicht zu Missverständnissen kommt.

Es ist für mich schon schwer genug, ohne den Lärm alles zu verstehen, was gesagt wird, da ich immer wieder gewisse Sachen für mich selber übersetzen muss, oder ich ab und zu gezwungen bin, nachzufragen, ob ich das Gesagte richtig verstanden habe. Aber, es gibt halt auch Tage, da traue ich mich nicht nachzufragen, weil ich das Gefühl habe, mein Gegenüber würde dann denken, ich sei blöd, langsam oder was auch immer.

Kleider.

Um es kurz zu machen: ich trage gerne immer die gleichen Kleider und das so lange, bis es mehr Löcher als Stoff hat.

Auch mit den Schuhen gehe ich so weit: erst wenn die Sohle zur Hälfte runter ist, gehe ich mir neue Schuhe kaufen. Aber, da liegt das Problem sicher auch daran, dass ich mich in der grossen weiten Welt nicht wirklich wohl fühle, immer wieder mit Angst- und Panikzustünden zu kämpfen / leben / diskutieren habe.
Einschub:

Wie habe ich es eigentlich geschafft, bis heute zu überleben?

Das muss ein Höllenjob gewesen sein. Habe ich irgendwelche Drogen genommen? Nein, eigentlich nicht, oder? Oder hat mir jemand Drogen eingeworfen, ohne dass ich es bemerkt habe?

Es ist doch so .. ich lebe noch .. aber ….. warum eigentlich.

Bei all den Gedanken zum Thema Selbstmord, ist die Frage doch noch berechtigt.

Dann wären noch die zwei, wenn auch halbherzigen, Versuche, meinem Leben ein Ende zu bereiten.
Und, ich lebe noch. Bin noch da. Was da auch immer heissen mag und zu bedeuten hat.

Ich wandere noch immer über diesen Planeten. Obwohl ich keine Ahnung habe, wo der Anfang war, wo ich gerade bin und wohin ich gehen werde und, wohin ich eigentlich gehen soll.

Noch immer stolpere ich jeden, fast jeden Tag, über Menschen, zwischen Menschenmassen hindurch und kämpfe noch immer, jedesmal, mit der Angst und der Angst vor der Panik, die mich da draussen, unter all den Menschen, ergreifen könnte.

Jeden Tag stelle ich sie mir.

Die Frage.

Diese eine, von vielen, Frage: warum nehme ich das noch immer alles auf mich? Es gibt doch wirklich keinen echten guten und vernünftigen Grund, warum ich das auf mich nehmen muss und soll.

Es kann mir wirklich keiner und keine mit gutem Gewissen sagen, dass das Leben nur auf diese Art und Weise einen Sinn ergibt.

Vielleicht ist es aber auch so, dass es mir einfach nicht möglich ist, den Sinn des Lebens zu sehen. Vielleicht sehe ich ihn zwar, aber nur im Sinne von übersehen.
Warum lebe ich eigentlich noch?

Inzwischen habe ich schon so oft über das Thema sich selber aus dem Spiel nehmen nachgedacht und so viele Methoden entwickelt, wie ich mich selber auf Off stellen kann, dass ich ein Buch zu diesem Thema schreiben könnte, das mehr Seiten hätte, als The Stand von Stephen King.

Eigentlich könnte ich eine Hotline auf die Beine stellen, wo die anrufen können, die noch den einen oder anderen Tippen gebrauchen könnten zum Thema: wie gebe ich mein Leben am besten auf.

Also gut, ja, das zwar jetzt gerade doch ein wenig zynisch, sogar für meine Verhältnisse. Obwohl, für eine Verhältnisse? Ja, doch, auf für meine Verhältnisse.
Ich merke gerade, dass ich noch immer nicht weiss, warum es mich noch gibt. Was ich hier eigentlich mache und warum ich das mache, von dem ich keine Ahnung habe, warum ich es mache.

Was für ein Leben. Ich würde es gerne einmal, für ein zwei oder drei Tage gegen ein normales (in meinen Augen normales) Leben eintauschen, um mich ein wenig zu erholen und ein wenig zu chillen.


Seite 13: Kapitel 01.02 – zweiter Abschnitt

„Defizitäre soziale Wahrnehmung“

Ach ja .. was für eine Beschreibung. Doch, was will sie mir genau sagen?

Nachdem ich ein paar Online-Wörterbücher durchgesehen, durchgesucht habe, denke ich, bin ich schon fast der Überzeugung, dass ich das ganze so übersetzen könnte:
„mangelhafte soziale Wahrnehmung“

Auf gut Deutsch will mir da jemand sagen, dass ich echte Probleme habe, wenn es um das Thema soziale Wahrnehmung geht. Vielleicht soll es auch heissen, dass ich in Sachen soziale Wahrnehmung das Problem habe, dass ich einiges bis viel falsch Verstehe, es oft zu Missverständnissen kommt, ich oft etwas verstehe, es für richtig halte, es aber ganz und gar nicht richtig ist.

Wow, da könnte ich jetzt noch einiges dazu schreiben, aber, ich denke, noch zwei oder drei Zeilen mehr und ich bin noch verwirrter und verstehe dann selber gar nicht mehr, um was es eigentlich geht.

„Defititäre soziale Kompetenz“. 

Mangelhafte soziale Kompetenz. Ja gut, dass ich das habe, das ist mir mehr als bekannt. Natürlich würde es mir persönlich besser gehen, wenn ich einerseits nicht wüsste, was das überhaupt ist und auf der anderen Seite, würde es mir noch viel besser gehen, wenn ich mich gar nicht damit beschäftigen müsste.

„Substantiv, feminin - Gesamtheit aller Prozesse, die mit dem Wahrnehmen und Erkennen zusammenhängen“
Soziale Kogntion: das habe ich bis heute auch noch nie gehört. Das könnte ich dann in etwa so übersetzen: Soziale Prozesse, die mit dem Wahrnehmen und dem Erkennen zusammenhängen.

Warum fällt mir in dem Zusammenhang eigentlich ein, wie oft ich mit dem gleichen Witz habe hereingelegt werden können? Vielleicht liegt es daran, dass ich einfach daran, dass mir die Fähigkeit fehlt, zu erkenne, wenn jemand einen Joke macht, versucht mich auf den Arm zu nehmen?
Ich gehe im ersten Moment gleich vom schlimmsten aus und stelle gleich auf Helfermodus. Erst im zweiten, dritten oder vierten Schritt überlege ich mir dann, ob es wohl möglich ist, dass es sich um einen Witz handelt.

Es ist nur natürlich, dass man so das perfekte Opfer für schlechte Witze und noch schlechteres auf den Arm nehmen wird und ist. Viel konnte ich damals nicht dagegen machen. Immer wieder habe ich mir die Frage gestellt: warum um Gottes Willen erkenne ich so was nicht? Warum schaffen es die immer wieder, mich he
reinzulegen?
„Basale“ und „komplexe“ Fertigkeiten.

Wow, schon wieder eine Wortzusammensetzung, die mich ein wenig hirnleer zurücklässt.

Ah .. sie ah .. grundlegende und viel zu komplizierte Fähigkeiten. Damit kann ich schon sehr viel mehr anfangen.
Jetzt sollte mir noch jemand sagen, was mit den basalen, nasalen Fähigkeiten gemeint ist.

Es besteht ja noch Hoffnung, dass es in diesem Buch erwähnt wird.



Seite 13: Kapitel 01.02 – Erster Abschnitt

Kernsymptome?

Was zur Hölle ist ein Kernsymptom?

Wenn ich dieses Wort höre oder lese, stelle ich mir einen Kreis vor und in der Mitte sind die Symptome, die die Störung ausmachen. Ohne die geht es nicht, wenn auch nur eines fehlt, ist man schon nicht mehr ein Asperger-Autist.

So auf jeden Fall, sehe ich das und verstehe ich das auch.

Die Frage ist nur: habe ich das richtig verstanden?

Vielleicht hätte an der Stelle eine kleine Zeichnung, ein Diagramm, ein Foto, ein Ölbild oder so ein wenig Klarheit geschaffen.


Zum ersten Abschnitt gibt es sonst glaub ich nicht viel zu sagen, da die aufgezählten Auffälligkeiten sicher noch tiefergehend besprochen werden auf den folgenden Seiten (hoffe ich auf jeden Fall).

Seite 13: Kapitel 01 – fünfter Abschnitt

Da gibt es auch nicht mehr viel zu sagen.
Damit wäre Kapitel 1.1 abgeschlossen und ich kann weiter machen.

Es ist natürlich bezeichnend für mich, dass ich auch zu diesem Thema einen Kommentar schreiben muss; ja, es ist ein muss.

Würde ich das nicht machen, hätte ich immer das Gefühl, dass meine Arbeit nicht vollständig ist. Das würde mich mit der Zeit nervös und nervöser machen, bis ich an dem Punkt angekommen bin, wo es mir nicht mehr wirklich gut geht, ich sehr nervös bin, hypernervös, ich sehr leicht zu ärgern bin, ich leicht wütend werde, nicht mehr weiss, wo hinten und vorne ist und schliesslich vor dem PC sitze und etwas schreibe, dass mit dem Thema gar nichts mehr zu tun hat.


Erst im Anschluss geht es mir wieder besser, ich entspanne bin, werde müde und bin schliesslich so entspannt, dass ich innerhalb von ein paar Minuten einschlafe. 

Auf jeden Fall: meistens muss ich mich gleich im Anschluss hinlegen. Mache ich das nicht, werde ich sehr schnell noch viel müder, bis mir schliesslich die Augen einfach zufallen und ich, egal wo ich bin, einfach einnicke.

Seite 13: Kapitel 01 – Vierter Abschnitt

Zu diesem Abschnitt gibt es nicht wirklich viel zu sagen.
Nur dieses:

Ich bin jetzt über 40 Jahre alt.

So gesehen: es spielt für mich keine Rolle, ob das ganze Autimus-Ding bei mir mit 3 Jahren, 4 Jahren, oder 5,2345 Jahren angefangen hat.


Warum sollte es auch? Würde mir diese Angabe wirklich auch nur den kleinsten Nutzen bringen? Ich denke nicht. So gesehen: es interessiert mich nicht wirklich und überhaupt gar nicht und noch viel weniger.

Freitag, 6. Juni 2014

Seite 13: Kapitel 01 – dritter Abschnitt

Entwicklungsstörungen.
Als ich das Wort zum ersten mal im Zusammenhang mit Asperger-Autismus gelesen habe, wurde ich ein wenig bleicher und mein Blut, das hat sich zu einem kurzen Meeting in meinen Füssen versammelt.

Was sollte das heissen? Störung? Entwicklung? Soll das heissen, dass es wahr ist und ich bin gestört, im schlechten bis zum ganz schlechten Sinn? Meine Entwicklung ist also gestört? Es hat Probleme und möglicherweise Fehler gegeben bei meinem erwachsenwerden?

Wie gehabt. Das ist ein Wort, dass wenigstens mir, in diesem Zusammenhang einiges an Kopfzerbrechen gemacht hat.

Die tiefgreifenden Entwicklungsstörungen sind, in Abgrenzung zu den umschriebenen bzw. spezifischen Entwicklungsstörungen, gekennzeichnet durch eine Beeinträchtigung der Kommunikation und der sozialen Beziehungen sowie durch ein beschränktes Repertoire an Aktivitäten. Diese Störungen sind angeboren oder im frühesten Kindesalter erworben, und die ersten Symptome zeigen sich bereits vor dem dritten Lebensjahr. Die Entwicklung ist zu keinem Zeitpunkt dem Alter entsprechend.

Das habe ich gefunden, als ich, wieder einmal mehr, Wikipedia zu Rate gezogen habe.

Gerade hatte ich einen kleineren Schwächeanfall, als ich das gelesen habe. ….. zu keinem Zeitpunkt dem Alter entsprechend.

Wusste ich es doch. Ich habe mich selten, wenn ich das so sagen darf, dem Alter nach gefühlt. Dem Passalter nach auf jeden Fall.

Es gibt Tage, da fällt mir ein, dass ich ja schon über 40 Jahre alt bin und dann, wird mir ein wenig schwindelig, weil ich irgendwie das Gefühl habe, nicht so alt zu sein, sondern mich eher noch wie jemand fühle, der erst halb so alt ist.

Je nach Situation und den Gedanken, die vorausgegangen sind, fühle ich mich zwischen 10 und 40 Jahren alt.

Da geht mir gerade folgender Gedanke durch den Kopf:
Ich konnte schon sehr früh und sehr gut lesen und auch meine Ausdrucksweise war weiter, als die von Gleichaltrigen. Das ist einigen Leuten aus meiner näheren Umgebung immer wieder aufgefallen.

Waren wir mit dem Auto unterwegs, habe ich versucht jedes Strassenschild zu lesen, und auch alles andere, das sich gerade in Reichweite befunden hat. Für mich war das etwas selbstverständliches. Für meine Mutter und andere, war dem aber nicht so. Die waren einerseits stolz auf mich, auf der anderen Seite immer wieder verwundert, warum ich das so früh so gut konnte.

Das ich keine Antwort darauf geben konnte, ist sicher klar und verständlich. Wie gesagt: für mich war das etwas ganz normales.

Aber, es war schon früh so, dass es nicht wirklich viel gegeben hat, dass mich interessiert hat.
Mein Spielzeug habe ich meistens dazu verwendet, um es auseinanderzunehmen, weil ich wissen wollte, wie es funktioniert. Schon früh hatte ich den Wunsch, wenn auch nicht bewusst, viel wissen zu wollen.

Kein Wunder hat man mir nie viel geschenkt. Warum auch? Es war ja ganz klar, dass es nicht lange überleben würde. Verstanden hat man mich auf jeden Fall nicht, was ich aber niemandem zum Vorwurf mache. Wer kommt schon auf die Idee, dass ein kleiner Junge, die Dinge nicht kaputt macht, sondern sie in seine Bestandteile zerlegt, weil er dazu lernen möchte?

Daneben habe ich sehr viel gelesen. Auch war damals schon der Fernseher wichtig für mich. Bewegte Bilder. Das hat Spass gemacht und hat mich in seinen Bann gezogen. Warum das so war, kann ich heute nicht mehr sagen. Leider kann ich das nicht mehr sagen.
Vielleicht hat es mir schon damals geholfen, mich zu entspannen, der Einsamkeit zu entkommen und war eine angenehme Möglichkeit, nicht mit Gleichaltrigen etwas unternehmen zu müssen.


Seite 13: Kapitel 01 – zweiter Abschnitt

Fehlende Kontaktaufnahme.

Was ist hier genau gemeint?

Wenn ich von meinen Erfahrungen aus gehen müsste, würde ich ja folgendes denken:

Es ist die Kontaktaufnahme von mir zu meinen Mitmenschen und umgekehrt gemeint.

Wie ich auf diesen Gedanken komme?

Folgendes habe ich in meinem Leben festgestellt:

Schon immer war es für mich ein sehr grosses Problem, mit meinen Mitmenschen in Kontakt zu treten.

Auf der anderen Seite hatte ich schon immer das Gefühl, dass es meinen Mitmenschen nicht immer ganz einfach gefallen ist, mit mir in Kontakt zu treten.

Eines Tages ist mir aufgefallen, …. ,
IST JA GUT ..

Es wurde mir deutsch und deutlich mitgeteilt, gesagt, erzählt, mit ab und zu sehr lauten Lauten, dass es meinen Mitmenschen ab zu vorkommt, ein Minenfeld zu betreten.

Wie ich bin, wollte ich das anfangs, und für eine gewisse längere Zeit nicht glauben (weil da halt schon wieder eine Mine explodiert war).

Aber auch für mich kam der Tag, an dem ich mich wenigstens einer Wahrheit stellen musste. Ich fing also an, mich, im übertragenen Sinn, zu beobachten, wenn ich, was eh selten genug vorkam, mit meinen Mitmenschen in Kontakt zu treten.

Es dürfte keine wirkliche Neuigkeit und Überraschung sein, dass selbst mir, der sich sonst solche Sachen noch einigermassen zurechtlügen kann, keine Wahl mehr blieb, als mir einzugestehen: Ja, mit dem Herrn Kummer zu sprechen, das ist nicht wirklich einfach und, das mit dem Minenfeld, ist nur eine gute Metapher, wenn man davon ausgeht, dass das Minenfeld 100 auf 100 Kilometer gross ist und das ganze Feld aus einer Mine besteht, die 100 auf 100 Kilometer gross und genau so tief ist. Soll heissen; keiner hatte eine Chance, aber auch wirklich keiner.

Mit der Zeit habe ich festgestellt, dass es den einen oder anderen Weg gibt, um dafür zu sorgen, den Leuten abzugewöhnen, mit mir reden zu wollen.

Das ging meistens so vonstatten und hat von meiner Seite mal mehr, mal weniger Geduld verlangt: Sobald jemand mit mir angefangen hat in Kontakt zu treten, habe ich gewartet, bis mein Gegenüber etwas gesagt hat, dass ich, auf Teufel komm raus, ganz brutal falsch verstehen konnte. Das gab mir die Gelegenheit, meinem Gesprächspartner in den Satz zu fallen und den Wütenden, den Ärgerlichen zu geben.

Dabei war ich so überzeugend, mit der Zeit auf jeden Fall, dass es mehr als einmal vorgekommen ist, dass es Männer und Frauen gab, die sich der Aufgabe der Kontaktaufnahme mit mir, nur einmal stellten und mir dann aus dem Weg gegangen sind.
Nur: eigentlich war ich nicht wütend.

Ich unsicher.

Ich war verunsichert.

Ich hatte Angst.

Ich wusste nicht, wie ich reagieren soll.

Ich hatte keinen Plan, was ich sagen sollte.

Ich hatte so was von Angst davor, dass ich etwas wirklich dummes von mir gebe und dann auch als dumm gelte.

Ich hatte auch keinen blassen Schimmer, warum überhaupt nur jemand mit mir reden wollte? Warum mit mir? Da gab es doch wirklich keinen Grund dafür? Ich war so interessant wie ein Fussnagel. Ich hatte nichts zu sagen. Ich hatte keine speziellen Fähigkeiten. Ich hatte kein lustiges, gefährliches oder sonstiges Hobby. Nichts, dass mich für jemand anderen auch nur im Ansatz hätte interessant machen können.

Aber gut ..

Zwanghafte Spielgewohnheiten? Beim besten Willen .. da kann ich mich nicht mehr wirklich daran erinnern.

Ich weiss nur, dass ich bei Vier Gewinnt, Mühle, Backgammon so ziemlich immer verloren habe. Warum, weiss ich auch nicht mehr, aber, verloren habe. Bei Mühle vor allem gegen meine Grossmutter.
Es kann gut sein, dass ich, wenn es mir erlaubt ist, meinen Gedanken fertig zu denken, dass ich aus diesem Grund nicht gerne spiele.

Ich habe wohl so oft verloren, dass es mir mit der Zeit einfach nur peinlich geworden ist und ich, mit dem Nichtspielen verbergen wollte, dass mein Selbstvertrauen zehn Meter unter der Erde zu finden war.

Daher spiele ich auch heute noch nicht. Ich habe die wirklich grosse Angst, dass die Leute denken, wenn ich auch nur eine falsche Antwort gebe, dass ich blöd und blöder bin und mich dann sogar auslachen könnten.

Ja, ausgelacht zu werden. Davor habe ich eine Heidenangst. Es gibt nicht viel, dass mir mehr Angst macht und mich schneller verstummen lässt, als die Angst davor, ausgelacht zu werden.
Was soll ich bloss darunter, darüber, mittendrinnen verstehen, wenn geschrieben steht: Eigentümlichkeiten in der Sprachentwicklung“.
Das Verstehe ich im Augenblick nicht so ganz. Ich sehe lauter Fragezeichen, die imaginär vor mir herschweben, das eine lacht mich an, das andere lacht mich aus, ein drittes steht vor der Türe und weiss nicht, ob es raus oder ganz raus oder vielleicht doch raus will.

Eigentümlichkeiten in der Sprachentwicklung. Da stelle ich mir auch die Frage, ob das nett oder bös, positiv oder negativ gemeint ist.

Ich meine, oder bin der festen Meinung, wie auch immer: das kann jetzt falsch verstanden werden und einem Aspie das Gefühl geben, dass das etwas schlechtes, vielleicht sogar sehr schlechtes ist.
So sollte in einem solchen Buch nicht geschrieben werden. Es darf nicht das Gefühl vermittelt werden, dass so etwas schlecht ist.
Das nervt mich jetzt doch gerade ein wenig.

Echt .. hmmmm

Vielleicht übertreibe ich auch nur ein ganz klein wenig. Oder noch weniger? Ne, ich denke nicht. Das sollte in so einem Buch schon richtig dargestellt werden. Es geht doch darum zu helfen.
Mit negativen Darstellungen kann nicht geholfen werden, höchstens mit Stuhl und Seil zum nächsten Baum mit einem Ast der stark genug ist.

Hmm

Hmmmmmmmmmmmmmm

Gääääääääääähhhnnnnn

Meist unfähig …. geringen sozialen Anforderungen zu genügen.
Wow, das liest sich sehr hart. Das hat mich jetzt doch ein wenig schlucken lassen .. ausserdem hat sich mein Blutdruck gleich einmal verabschiedet.

Ja, die Wahrheit tut weh.

Wie oft habe ich mir schon gewünscht, das ganze soziale Zeugs besser intus zu haben. Besser mit meinen Mitmenschen umgehen zu können.

Aber auch für mich ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich mir eingestehen musste: junge, das wird in dem Leben sicher nichts mehr.

Vielleicht, weil ich schon so oft von meinen Mitmenschen enttäuscht worden bin, weil ich so oft von mir selber enttäuscht worden bin, weil ich so oft aufgegeben habe, weil andere so oft aufgegeben haben. Weil ich mich so oft selber nicht verstanden habe und oft das Gefühl hatte, nicht mal mit mir selber wirklich und richtig kommunizieren zu können.


Das hat mich jetzt doch ein wenig traurig gemacht und werden lassen.

Seite 13: Kapitel 01 – Erster Abschnitt

persistieren
per|sis|tie|ren
 V.
veraltet
 (auf etwas) bestehen, insistieren, nicht (von etwas) ablassen
Med.
 fortdauern, anhalten (von Krankheiten)
[< lat. persistere]
Da sitze ich also wieder einmal an meinem Tisch und lese. Dann taucht mitten im Satz dieses Wort auf: persistieren. Coole Sache, doch, das Wort imponiert mir so was von ganz gewaltig.
Ja, aber ich denke, der Autor hätte von Anfang an schreiben können, dass die Störung von der Kindheit bis zum Tod anhält. Was wäre das einfacher gewesen.
Persistieren. Also echt. Mir geht gerade durch den Kopf, dass so viele, oder auch weniger, Menschen sich immer wieder beschweren, dass die Deutsche Sprache dem Untergang geweit sei. Wenn ich so ein Wort in einem Satz sehe, dann habe ich den leisen Verdacht, dass sie recht haben könnten.

Nosologie
No|so|lo|gie
 f.; n; Med.
 Zweiggebiet der Pathologie, das sich mit der systematischen Beschreibung der Krankheiten befasst, Krankheitslehre
 [< Noso +logie]

Pathologie
Pa|tho|lo|gie
 f.; ; unz.; Med.
 Lehre von den Krankheiten
 [< mlat. pathologia < grch.pathos »Leiden, Krankheit« + logie]

·        

schizoid


Für einen Satz musste ich diese Wörter nachschlagen und, he, den Satz verstehe ich noch immer nicht ganz. Auf jeden Fall bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich den Satz richtig verstanden habe.
Das ist dann bei mir oft der Moment, wo ich das Buch zur Seite lege und mir sage: Scheiss drauf .. wenn es jemand nötig hat, so zu schreiben, will er oder sie vielleicht gar nicht, dass man versteht, um was es eigentlich geht. Er oder sie will vielleicht missverstanden werden.

Für was gibt es eigentlich die Deutsche Sprache, wenn man sie nicht anwendet????

So, machen wir weiter im Buch.
Jetzt fängt es an, interessant zu werden.

Wie festgestellt worden ist, fallen Kinder ab dem dritten Lebensjahr durch eine besondere Wesensart auf.

Wobei ich mich gerade frage: was bedeutet in diesem Zusammenhang Wesensart? Soll ich hier mit Persönlichkeit, Charakter, Wesen, Veranlagung übersetzen?
Veranlagung hört sich sicher mal gut an. Ja, ich denke, in diesem Zusammenhang lässt sich damit sehr gut arbeiten?

Wie zeigt sich das nun bei den Kindern?

„Den Kindern fehlt das kindhafte“. Ich für meinen Teil habe es so übersetzt, um damit arbeiten zu können: Es sind Jugendliche / Erwachsene im Körper eines kleinen Kindes. Sie lesen viel, bleiben lieber für sich alleine, halten sich gerne von anderen fern, zeigen wenige bis sehr wenige Gefühlsregungen.

Was zu allem hinzukommt und, von mir aus gesehen eine sehr gute Sache sein kann; es hat Aspies, die sehr bis hochbegabt sind, mit dem Nachteil, dass sie im „richtigen, praktischen Leben“ ein „wenig“ ungeschickt sind oder sein können.

Was erschwerend hinzukommt: es fällt Asperger-Autisten oft schwer bis sehr schwer, sich in Gruppen einzuordnen, was auch das Spielen mit anderen Kindern sehr schwer macht.
Wenn ich meine Augen nach innen verdrehe, ein wenig in meinen Erinnerungen abtauche, stelle ich das eine oder andere fest:

Ja, als ich noch ein Kind war, habe ich wirklich schon sehr viel gelesen. Ich sollte ja nicht damit angeben, aber ich denke einmal, dass ich während meiner Zeit bei meiner Grossmutter, sicher über 1000 Romane gelesen habe: Jerry Cotton, John Sinclair, Lassiter, G.F. Unger, Tony Ballard und noch ein paar mehr. Sicher, das sind Romane, keine wirklich hochstehende Literatur, aber he, gelesen ist gelesen.


Dann kommen noch alle Bücher dazu, die ich während meiner Schulzeit gelesen habe. Ich gehe einmal davon aus: mit all dem könnte ich eine kleine Bibliothek auffüllen. Oder ich müsste bei einem Haus mindestens ein Stockwerk anbauen, damit ich das alles lagern könnte.


Was soll ich sagen: ja, schon während meiner Kindertagen blieb ich gerne für mich alleine. Das hat daran gelegen, dass ich schon zu der Zeit so was von gar keine Ahnung hatte, wie ich mit meinen Mitmenschen umzugehen hatte. Da gab es auf der zwischenmenschlichen Ebene so vieles, dass ich nicht wusste, nicht einmal wusste, wie man danach nachfragen sollte.

Ja, ich gebe es zu: ich wurde sehr schnell ärgerlich, wütend. Damals wusste ich nicht, was da mit mir passiert. Heute sehe ich, dass ich wütend wurde, weil ich einfach die ganze Zeit am Anschlag gelaufen bin.

Da gab es so vieles, das mich hat verzweifeln lassen. So vieles, das mich hat am Anschlag laufen lassen. Immer wieder habe ich auf gewisse Dinge falsch reagiert, aber, nur weil ich es nicht besser gewusst habe. So viele Dinge, in Sachen Kommunikation, die nicht funktioniert haben: sei es, dass ich etwas erklären wollte und mein Gegenüber mich einfach nicht verstanden habe. Mit jedem neuen Anlauf der Erklärung lief es noch schlechter, was mich an mir selber hat zweifeln lassen.
Mit der Zeit war ich so sehr davon überzeugt, dass ich einfach nur dumm und blöd bin. Etwas anderes hat es ja nicht sein können. Es war natürlich nicht förderlich, dass mich so gut wie niemand verstanden hat und ich auch sehr wenige Freunde, Freundinnen, Kameraden, Kameradinnen hatte.

Was alles auch nicht wirklich hilfreich war in meiner Kindheit.
Da ich schon so wenige Leute um mich herum hatte, war es mir auch nicht wirklich möglich, zu lernen, wie eine Gruppendynamik funktioniert. Auf der anderen Seite: mir war schon sehr früh klar geworden, dass ich ein Aussenseiter war. Irgendwie und irgendwo gab es keine Gruppe, in der ich mich hätte wohlfühlen können. Das lag sicher auch daran, dass ich mich nirgends wirklich verstanden gefühlt habe.
Was auch der reine Horror für mich war:

Wenn der Lehrer mich etwas gefragt hat und ich sollte das Ganze erklären. Meine Fresse und noch mehr meine Güte! Das war jedesmal ein Alptraum. Auch wenn ich es für mich verstanden hatte: ich war nicht fähig es von „meiner Sprache“ in die „allgemein gültige Sprache“ zu übersetzen. Kein Wunder hat sich dann jeder gewundert, dass ich zwar mit den richtigen Lösungen um die Ecke gekommen bin, aber nicht erklären konnte, wie ich zum Ziel gekommen bin.

Das auch das, das Selbstvertrauen in die Tiefe gerissen hat, ist sicher klar und auch verständlich.

Vor allem in Sachen Mathematik: dort kommt es ja vor allem auf den Lösungsweg an. Das immer wieder zur richtigen Lösung gekommen bin, aber den Lösungsweg nicht habe angeben können, das hat sich selten gut auf die Note ausgewirkt. Eigentlich eher sehr schlecht.

Frust war mein damaliger Nickname. Grosser Frust der NickNickName.