Dienstag, 3. Juni 2014

Seite 11: Vorwort – erster Abschnitt

Es ist wie es ist ... 

Ich bin ein Asperger-Autist ... 

Mich persönlich stört das nicht. 

Das Leben war viel, viel, sehr viel schwerer, als ich zwar wusste, dass da etwas mit mir ist, als ich nicht wusste, keine Ahnung hatte, was da mit mir los ist.

Es war ganz hässlich, weil ich für das ganze keinen Namen hatte, nur dieses Damokles-Schwert, das über meinem Schädel hing und hin und her schwang.

Jetzt, hat das Kind einen Namen, das Schwert liegt neben mir auf dem Boden und ich muss zur Zeit nur aufpassen, dass ich nicht darüber stolpere. Aber, es kommt der Tag, da kann ich das Teil in die Ecke stellen, oder gar in ein anderes Zimmer, und mein Leben wird einen gewissen Grad von Normalität erreicht haben.

Der Asperger-Autismus in Film und Fernsehen.
Eigentlich ganz interessant, was mir in den letzten Monaten so aufgefallen ist.
Da sehe ich mir eine Folge einer uralten Serie an (mit uralt meine ich, sie wurden zwischen 1980 und 2000 gedreht und auf die Menschheit losgelassen) und schon dort hat man sich in bestimmten Fällen (wenn es gerade gut zur Story gepasst hat) des Autismus und auch des Asperger-Autismus bedient.
Ob diese beiden Lebensarten in diesen Serien richtig dargestellt worden sind, ist, zurzeit und an diesem Punkt nicht interessant und von Belang.
Ab dem Jahre 2000 (was eigentlich recht ungenau ist, aber, ich nehme diesen Zeitpunkt, um es ein wenig einfacher zu halten), hat man sich immer mehr des Asperger-Autismus bedient und in Serien und Filmen eingefügt, um dem Film eine gewisse Tiefe zu verleihen.
Bei mir selber ist mir folgendes aufgefallen:
Solange ich „nichts“ mit dem Asperger-Autismus zu tun hatte, ist mir auch nie wirklich aufgefallen, dass dieser in so vielen Serien und Filmen angewendet worden ist.  Ich wollte auch nie wirklich wissen, was das eigentlich ist. Für mich war das ein Element der Geschichte und damit war es genug.
Seit ich weiss, dass ich selber ein Asperger-Autist bin, sieht es schon ganz anders aus.
Da sehe ich mir die gleiche Folge einer Serie an und … es ist dann oft wie ein Schlag mit dem Hammer quer über den Kopf, den Rücken runter, …. höre ich die beiden magischen Worte „Asperger“ und „Autismus“.
War ich wirklich all die Jahre so ignorant?
Es scheint mir so.
Warum bloss war ich so?
Liegt es vielleicht daran, dass ich mich schon damals in einigen der Figuren erkannt habe (in denen, bei denen der AA richtig angewendet worden ist)?
Es wird in den nächsten Jahren sicher noch ein paar Mal vorkommen, dass ich über einen alten Film oder eine alte Serie stolpere, wo man sich des Asperger-Autismus als Element der Geschichte bedient hat.
Für zwei Sekunden habe ich mir überlegt, ob es vielleicht eine Idee wäre, wenn solche Filme und Serien aufgelistet werden und dann kontrolliert wird, ob der AA oder auch der Autismus richtig dargestellt worden sind.
Aber, ich denke, ich lasse für den Moment die Finger davon.

Zur Zeit bin ich selber noch der Padawan, der zu lernen hat, was genau Asperger-Autismus ist und der noch lernen muss, damit zu leben.


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