Es ist schon so …
Das mit der Kommunikation zwischen mir als Asperger-Autisten
und den „Normalos“, ja, das ist schon so eine Sache.
Folgendes ist mir schon sehr früh aufgefallen:
Zum Beispiel ist es mir schon immer sehr schwer gefallen,
jemandem etwas so zu erklären, dass es auch verstanden wird.
Das war damals so, und ist auch heute noch so.
Keine Frage: das hat mich damals schon frustriert und zieht
mich auch heute noch runter. Gut, seit ich weiss, dass ich ein Aspie bin, hält
es sich in Grenzen, aber, ich fühle mich ab und zu auch heute noch recht
komisch.
Ich meine: ich versuche etwas zu erklären. Fünf Minuten
später sehe ich, wie ein Kollege von mir der Person das gleiche noch einmal
erklärt und jetzt versteht sie es? Wen würde das nicht wie ein Faustschlag in
den Magen treffen? Sicher, ab und zu tut es auch weh, vor allem dann, wenn es
einem so was von unvorbereitet trifft. Damit muss man einfach lernen
auszukommen, was aber nicht wirklich einfach ist.
Wie oft ist es mir passiert, dass jemand etwas zu mir gesagt
hat und ich habe es missverstanden. Ich höre zu, verstehe das gesagte (ja, gut,
ich habe es missverstanden), handle nach dem, was ich verstanden habe und am
Schluss stellt sich heraus, dass ich doch etwas ganz falsch verstanden habe und
die Arbeit für die Katze war. Hilft einem auch nicht wirklich, gute Laune zu
behalten oder sich wohl zu fühlen.
Oft bin ich das Gehörte im Gedächtnis noch einmal
durchgegangen und irgendwann war mir dann klar, was ich falsch verstanden habe.
Nun ja, es gab auch Fälle, da musste ich zuerst eine Standpauke über mich
ergehen lassen, dann eine Erklärung, was ich wirklich hätte machen sollen und
erst dann war mir klar, wo mein Denkfehler gelegen hat.
Das hilft einem natürlich, das Selbstvertrauen im Boden zu
versenken.
Viel lustiger ist natürlich, wenn ich etwas mache und keiner
versteht, was ich da eigentlich mache.
Es ist ja so, dass ich oftmals ein Problem anders löse, als
die Normalos es machen würden. Das Problem ist, dass sie gar nicht verstehen,
was und wie ich es mache und dann so lange auf mich einreden, bis ich es
versuche, so zu lösen, wie sie es machen würden.
Das sind dann die Lösungswege, die ich oftmals nicht
verstehe und mich so was von an den Rand eines Nervenzusammenbruchs bringen.
Wie gesagt, es ist nicht wirklich einfach, ich zu sein.
Schwerer ist es in dem Augenblick, wenn man so wenig
Selbstvertrauen hat, dass man sich nicht mehr traut, den eigenen Weg zu gehen,
weil man Angst hat, die anderen würden einem gar nicht mehr verstehen, dass die
anderen einem nur noch zusammenstauchen, weil man nicht versteht, wie die
Lösungen der anderen funktionieren.
Wenn ich schon so da sitze ..
Ich erinnere mich gut, wie schwer es mir schon immer
gefallen ist, die Mimik, Gestik und was auch immer, der anderen richtig zu
interpretieren.
Das führt natürlich auch dazu, dass ich immer und immer
wieder auf den gleichen Gag reingefallen bin. Da ich zu der Zeit nicht gewusst
habe, was mit mir los ist, habe ich mich immer wieder so richtig dumm gefühlt.
Kein Wunder, habe ich mich gerne auf meine Bude zurückgezogen, das Alleinsein
genossen und war froh, wenn ein oder zwei Tage gelaufen waren, ohne dass ich
verarscht worden bin.
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