Donnerstag, 12. Juni 2014

Seite 14: Kapitel 01.02 – vierter Abschnitt

Da ist es wieder, dieses tolle Wort (basal). Was für ein Wort.

Warum habe ich dieses Wort eigentlich vorher nie wirklich gehört. Könnte wohl daran liegen, dass es wie nasal tönt und zu Missverständnissen führen könnte, aber, lassen wir das. Es hat ja noch mehr Text, über den ich herfallen könnte.

Sehr gut, jetzt erfahre ich auch noch, dass es nicht genügt, zu wissen, wie das mit dem Blickkontakt, der Mimik, Gestik und so weiter funktioniert, um in Sachen soziale Interaktion erfolgreich zu sein.

Nein, da gibt es ja noch das eine oder andere mehr, das mir bekannt sein sollte.

Es gibt komplexe, sagen wir kompliziertere, Fähigkeiten, die auf den vorher genannten aufbauen: ein aktives (soll wohl heissen, immer aktuelles) Wissen darüber, wie man Gespräche mit unterschiedlichem Inhalt anfängt, weiterführt und schlussendlich auch beendet.

Da fängt schon eine kleinere Unwegsamkeit an: es gibt so viele Themen, Dinge, Sachen, die mich keinen Deut wirklich interessieren. Dann wäre noch meine Vorliebe, ab und zu extreme Meinungen zu vertreten, nur um zu sehen, wie meine Mitmenschen darauf reagieren: oft ist die Reaktion so, dass sich jeder sehr ereifert seine Meinung zu vertreten und schlussendlich „vergessen“ sie sogar, dass ich ja auch noch da bin. Das ist für mich von dem her gut, dass ich nicht mehr mitreden muss, sondern mich ein paar Schritte zurückziehen kann und meinen Mitmenschen die Bühne überlassen kann.

Perspektivenwechsel? Schon wieder so ein Wort .. 

Warum werden diese Worte nicht gleich im Buch erklärt. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch die Studierten unter meinen Mitmenschen nicht gleich jedes dieser Worte richtig übersetzen.

Eigentlich sollte ein Autor, wenn er solche Worte benutzt, eine Erklärung anbringen, was genau er damit meint, oder gleich eine einfache Schreibweise wählen.
Ach, das ist interessant. Wenn ich das Wort auf Wikipedia suche, werde ich gleich zu Empathie umgeleitet. Sie einmal an, dann könnte ja, wenn ich das ganz richtig verstehe, der Perspektivenwechsel ein Synonym für Empathie sein.

Vorerst verstehe ich unter diesem Wechsel, dass man etwas aus der Sicht eines Mitmenschen sehen kann und sollte, um ihn oder sie besser zu verstehen und somit auch besser auf ihn oder sie eingehen zu können.
Ja, hört sich für meine Ohren eigentlich schon recht vernünftig an. Stellt sich nur noch die Frage: habe ich es wirklich richtig verstanden. Dann wäre ich ja schon wieder einen kleinen Schritt weiter.

Wichtig soll also auch die Flexibilität während einer Interaktion sein. Ah, das erklärt vieles, sehr vieles ….
Eigentlich fast 90% meines Lebens sind damit erklärt und einer Lösung nahe.

Wenn ich zurückblicke in meinem Leben, dann ist es eine Tatsache, dass ich nicht sehr flexibel bin.
Ich bin ein Gewohnheitstier. Sogar ein Gewohnheitstier hoch zwei oder vier.

Es ist mir noch nie einfach gefallen, Änderungen zu akzeptieren. Nehmen wir nur einmal die Schule. Hatte ich mich einmal an den Stundenplan gewöhnt, daran, welches Fach in welchem Stockwerk und in welchem Zimmer stattfindet, war das Schuljahr zu Ende und es gab einen neuen Stundenplan. Damit hat alles wieder von vorne angefangen: ich mich daran gewöhnen, dass sich alles, oder auch nur einiges geändert hatte. Musste für das eine oder andere Fach das neue Schulzimmer finden und ab und zu musste ich mich dann auch noch an einen neuen Lehrer oder eine Lehrerin gewöhnen.
Alles Arbeit, die ich zu verrichten hatte, bevor ich mich dann auf das Fach selber habe konzentrieren können. Nicht immer ganz einfach. Vor allem war es hart, wenn ich Freude an einem Fach hatte, aber dann zu einem Lehrer gekommen bin, der mir den Unterrichtsstoff nicht so erklären konnte, dass ich ihn auch verstanden hätte. Das war auf jeden Fall nicht die Schuld des Lehrers. Er konnte ja nicht wissen, wie er es hätte erklären sollen und ich konnte es nicht formulieren, wie es mir hätte erklärt werden müssen, dass ich etwas hätte damit anfangen können.

Eine echt miese Pattsituation.

Themenwechsel, während eines Gesprächs?? Das ist auch so eine Sache. Ab und zu bekomme ich es sogar mit, nur, ich kann auch im Kopf erst wechseln, wenn ich gesagt habe, was ich sagen will. Sicher, inzwischen kann ich auch im Kopf wechseln, aber, immer noch habe ich den leichten Zwang, wenigstens den Satz zu beenden, den ich angefangen habe. Doch, wenn ich daran bin, den Satz zu beenden, fange ich gleich noch den nächsten, übernächsten und so weiter an und versuche, wieder auf mein Thema zurückzukommen. Allerdings, das gelingt mir nicht immer. Inzwischen habe ich auch gelernt, bis zu einem gewissen Grad auf jeden Fall, zu bemerken, wann die Leute sich ob dem langweilen, was ich so von mir gebe. Trotzdem fällt es mir recht schwer, von meinem Thema abzukommen.
Nervös werde ich vor allem dann, wenn Themen zur Sprache kommen, für die ich mich einfach nicht erwärmen kann. Das ist für mich dann der Augenblick, wo ich mich langsam aber sicher zurückziehe und versuche bei einer anderen Gruppe Anschluss zu finden, aber nur dann, wenn über etwas gesprochen wird, dass mich interessiert und über das ich auch ein gewisses Wissen verfüge.


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