Donnerstag, 12. Juni 2014

Seite 14: Kapitel 01.02 – fünfter Abschnitt

Analyse von Informationen auf inhaltliche Relevanz und / oder Ironie sind von grosser Bedeutung, wird im Buch geschrieben.

Jeder, der weiss, wie ich ein Buch lese, weiss, dass es mir sehr schwer fällt, zu erkenne, was ist wirklich wichtig und was kann ich unter fernen liefen laufen lassen und was kann ich gleich vergessen.

Irgendwie habe ich immer das Gefühl, dass eigentlich alles wichtig ist und nichts überlesen und ausgelassen werden darf.

Es hat Zeiten gegeben, da habe ich beim Lesen eines Buches noch versucht, zu erkennen, was ist wirklich wichtig und spielt eine Rolle und was gehört einfach überlesen.

Damit war ich so was von erfolglos. Meistens habe ich das angestrichen / markiert, was nicht wirklich wissenswert war und das, was ich hätte wissen müssen, das habe ich einfach ausgelassen.

Das Ergebnis davon habe ich dann in den Prüfungen und / oder Tests gesehen. Da kam es schon von Zeit zu Zeit vor, dass ich eine Frage nicht habe beantworten können, weil ich, weiss der Geier warum auch immer, etwas nicht als wichtig erkannt habe.

Ob ich nicht andere danach gefragt habe, wie man wichtiges erkennt? Sicher, das habe ich gemacht, mehr als einmal, aber geholfen hat es nicht wirklich. Ob ich nicht einen gewissen Frust verspürt habe? Ja, das auch. Aber, ich habe es in den meisten Fällen geschafft, den Frust wieder abzuschütteln. Teilweise hat mich das dann aber auch so weit runtergezogen, so dass ich am liebsten die Schule nicht nur geschmissen, sondern gleich verlassen hätte.
Hmm .. das Lesen zwischen den Zeilen …

Wie oft war ich schon verärgert über mich selber, weil ich nicht verstanden habe, was mir durch die Blume hat gesagt werden wollen. Sehr, sehr, viel zu oft.
Ich bin mir sicher, es gibt noch so vieles, das mir durch die Zwischenzeile gesagt worden ist, ich aber nicht verstanden oder einfach missverstanden habe.

Es hat den Punkt in meinem Leben gegeben, da habe ich den Leuten gesagt, dass sie mir deutsch und deutlich mit mir reden sollen, wenn sie mir etwas sagen wollen. Wer mir von da an etwas durch die Zeilen zwischen dem Zwischen gesagt hat, der musste halt damit rechnen, dass ich es nicht verstanden oder auch gleich falsch verstanden habe. So musste dieser Mensch auch mit dem Ergebnis leben. Wer mich auf Grund von so was angemacht hat, der wurde von meiner Seite her, verbal in Grund und Boden gestampft. Ja, ich war verärgert, vielleicht auch wütend. Was die meisten aber nicht verstanden habe: in den meisten Fällen war ich wütend auf mich. Es wollte mir einfach nicht in den Kopf, warum ich es nicht verstanden habe. Ich war wütend auf mich, aber ich war am Schluss auch verwirrt, auch das ein oder andere mal traurig und schlussendlich hat das auch an meinen Kräften gezerrt. Wo andere einfach zuhören konnte, gab es immer wieder Fälle, wo ich nachfragen, weitere Informationen einholen musste. Ja, das war nicht immer ganz einfach. Immer wieder habe ich mich dafür geschämt, weil ich das Gefühl hatte, nicht wirklich der intelligenteste zu sein. Schliesslich hatten die anderen es ja gleich beim ersten mal und ohne nachfragen kapiert und verstanden.

Bei dem oben geht es nur um das, was mich an Kommunikation erreicht.

Problematisch, wenn nicht, problematischer wird es, wenn ich jemandem etwas sagen, beibringen, erklären, mitteilen möchte.
Am schlimmsten für mich ist, wenn ich mit jemandem rede und mir plötzlich dieses eine, ganz spezielle Wort nicht mehr in den Sinn kommt. Das ist der Augenblick, wo ich nervös werde und kurz vor dem Verzweifeln bin. Es ist ein Wort, dass ich ein paar Sekunden vorher noch wusste und plötzlich ist es, als ob es sich hinter einer Mauer versteckt und nicht aus dem Mund gehen möchte. In meinem Kopf fängt es an zu rotieren, weil ich jetzt ein Synonym suchen muss, was aber auch nicht immer einfach ist, weil ich ja das Wort nicht mehr weiss, zu dem ich das Synonym brauche. Tja, dann bleibt mir oft nicht mehr viel anderes übrig, als sehr wortreich zu erklären, was ich meine. Statt einem Satz benötige ich jetzt eine halbe Abhandlung und ich sehe es immer wieder meinem jeweiligen Gegenüber an, dass ich mich doch bitte kurz fassen sollte.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen